Gerichtsschlappe für Poptitan Dieter Bohlen im Namensstreit

von B. Dimsic, LL.M.

Dieter Bohlen und Prinz Ernst August von Hannover fühlen sich seit vielen Jahren von einer Zigarettenwerbung gekränkt. Deshalb musste sich nun sogar der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit dem Thema befassen. Dies zeigt, dass die Werbung mit Prominenten dabei eine juristische Gratwanderung sein kann. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte wies die Beschwerde von Dieter Bohlen und Ernst August Prinz von Hannover ab.

Es ist ca. 15 Jahre her, da startete die Zigarettenmarke Lucky Strike eine ironisch-satirische Werbekampagne.

Im Falle Bohlens war eine Anzeige mit zwei Zigarettenschachteln erschienen, die sich scheinbar unterhalten. Darüber stand: “Schau mal, lieber Dieter, so einfach schreibt man super Bücher.” Die Wörter “lieber”, “einfach” und “super” waren geschwärzt, aber noch lesbar. Die Anzeige spielte auf den Streit um die Veröffentlichung des Bohlen-Buches “Hinter den Kulissen” an. Gegen das Buch hatten mehrere Menschen Persönlichkeitsverletzungen geltend gemacht, weshalb Textpassagen geschwärzt werden mussten.

Dies sah dann so aus:

Im Fall des Prinzen erschien eine Anzeige mit einer zerknitterten Zigarettenschachtel, über der stand: “War das Ernst? Oder August?”. Die Anzeige spielte auf tätliche Auseinandersetzungen des Prinzen an, weswegen der Ehemann der Prinzessin Caroline in der Boulevardpresse als “Prügel-Prinz” tituliert wurde.

Dies sah dann so aus:

Beide sahen ihre Persönlichkeitsrechte verletzt und verlangten Schadenersatz von jeweils 100.000,00 EUR. Der Bundesgerichtshof (BGH) hielt die Werbung allerdings für zulässig. Er urteilte, dass diese ein Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung gewesen (Urteile vom 05 ...

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