Dieter Bohlen und Prinz Ernst August scheitern vor Gericht

von Thorsten Blaufelder

Auch Werbung darf satirisch und humorvoll sein. Soweit sie dabei Themen von allgemeinem Interesse aufgreift, kann sie sich auf die Meinungsfreiheit berufen, urteilte am Donnerstag, 19.02.2015, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg. Er wies damit Beschwerden von Dieter Bohlen (AZ: 53495/09) und Prinz Ernst August von Hannover (AZ: 53649/09) ab.

Beide hatten sich gegen Werbeplakate des Zigarettenkonzerns British American Tobacco (BAT) für seine Marke „Lucky Strike“ gewandt. Sie nahm ohne Einverständnis auf die Promis Bezug und nannte sie mit ihren Vornamen „Dieter“ und „Ernst August“.

Bohlen hatte 2003 sein Buch „Hinter den Kulissen“ herausgebracht, in dem er auf Klage anderer Promis zahlreiche Passagen schwärzen musste. Darauf spielte das Werbeplakat mit einem teils geschwärzten Text an. Prinz Ernst August war 1998 und 2000 in gewalttätige Auseinandersetzungen mit einem Kameramann und einem Diskotheken-Manager verwickelt. Das nach dem zweiten Vorfall herausgegebene Werbeplakat zeigte eine zusammengeknüllte Zigarettenpackung.

Beide Promis sahen ihre Persönlichkeitsrechte verletzt und verlangten Schadenersatz von jeweils 100.000,00 €. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hielt die Werbung jedoch für zulässig. Sie sei ein Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung gewesen (Urteile vom 05.06.2008, AZ: I ZR 223/05 und I ZR 96/07). Das Bundesverfassungsgericht hatte das BGH-Urteil bestätigt ...

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