Unternehmerische Entscheidungen – Haftung des Geschäftsführers

Im Alltagsgeschäft muss der Geschäftsführer einer Gesellschaft täglich unternehmerische Entscheidungen treffen, sonst läuft der Betrieb nicht rund. Doch inwieweit begibt sich der Geschäftsführer dabei in die Gefahr einer persönlichen Haftung?

Der Geschäftsführer hat einen haftungsfreien Handlungsspielraum (unternehmerisches Ermessen). Das bewusste Eingehen geschäftlicher Risiken, das eine unternehmerische Tätigkeit nun einmal mit sich bringt, umfasst nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) auch Fehleinschätzungen.

Das ist logisch, wenn man sich den fiktiven Geschäftsführer vorstellt, der bei jeglicher unternehmerischer Fehleinschätzung haftet. Dadurch würden Innovationen völlig unterdrückt. Jede Geschäftschance bringt umgekehrt Risiken mit sich. Ein Geschäftsführer, der ständig „den Knüppel im Nacken fühlt“, kann das Unternehmen nicht positiv voranbringen.

Schlägt ein Geschäft fehl, so ist zu untersuchen, ob der Geschäftsführer sein unternehmerisches Ermessen fehlerhaft ausgeübt hat. Dabei stellt man auf die damalige Sicht des Geschäftsführers ab, spätere Erkenntnisse müssen außen vor bleiben. Erscheint das Handeln des Geschäftsführers hinsichtlich der eingeholten Informationen als Entscheidungsgrundlage unvertretbar, so hat er sein unternehmerisches Ermessen fehlerhaft ausgeübt.

In einer aktuellen Entscheidung (Urteil vom 23.12.2014 – 3 U 1544/13) stellte das Oberlandesgericht Koblenz klar, dass eine Gesellschaft oder der Insolvenzverwalter einer Gesellschaft , der Schadensersatzansprüche gegen den Geschäftsführer geltend macht, die Darlegungs- und Beweislast (nur) dafür trägt, dass und inwieweit der Gesellschaft durch ein Verhalten des Geschäftsführers ein Schaden erwachsen ist ...

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