Psychische Beeinträchtigungen infolge des Unfalltodes naher Angehöriger (sogenannte Schockschäden).

von Daniela Kühnlein

Durch ein Unfallgeschehen ausgelöste,

  • traumatisch bedingte psychische Störungen von Krankheitswert

können eine Gesundheitsverletzung im Sinne des § 823 Abs. 1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) darstellen (vgl. Bundesgerichtshof (BGH), Urteil vom 22.05.2007 – VI ZR 17/06 –).

  • Voraussetzung der Schadensersatzpflicht für psychische Auswirkungen einer Verletzungshandlung ist dabei nicht, dass sie eine organische Ursache haben;
  • es genügt vielmehr grundsätzlich die hinreichende Gewissheit, dass die psychisch bedingte Gesundheitsschädigung ohne die Verletzungshandlung nicht aufgetreten wäre.

Dieser Grundsatz erfährt nach der gefestigten Rechtsprechung des BGH im Bereich der sogenannten Schockschäden allerdings eine gewisse Einschränkung.
Danach begründen

  • seelische Erschütterungen wie Trauer und seelischer Schmerz, denen Hinterbliebene beim (Unfall)Tod eines Angehörigen erfahrungsgemäß ausgesetzt sind,

auch dann nicht ohne weiteres eine Gesundheitsverletzung im Sinne des § 823 Abs. 1 BGB, wenn sie

  • von Störungen der physiologischen Abläufe begleitet werden und
  • für die körperliche Befindlichkeit medizinisch relevant sind.

Begründet wird dies damit, dass die Anerkennung solcher Beeinträchtigungen als Gesundheitsverletzung im Sinne des § 823 Abs. 1 BGB der Absicht des Gesetzgebers widerspräche,

  • die Deliktshaftung gerade in § 823 Abs ...
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