Darf ein Arbeitgeber der Zweifel an der Erkrankung eines Angestellten hat diesen durch einen Detektiv observieren lassen?

von Hannes Burkert

Ein Arbeitgeber,

  • der wegen des Verdachts einer vorgetäuschten Arbeitsunfähigkeit einem Detektiv die Überwachung eines Arbeitnehmers überträgt,

handelt rechtswidrig,

  • wenn sein Verdacht nicht auf konkreten Tatsachen beruht.

Für dabei von dem Detektiv heimlich hergestellte Abbildungen gilt dasselbe.

  • Eine solche rechtswidrige Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts kann einen Geldentschädigungsanspruch („Schmerzensgeld“) begründen.

Darauf hat der Achte Senat des Bundesarbeitsgerichts (BAG) mit Urteil vom 19.02.2015 – 8 AZR 1007/13 – hingewiesen.

In dem der Entscheidung zugrunde liegendem Fall hatte der beklagte Arbeitgeber einen Detektiv mit der Observation der bei ihm angestellten Klägerin beauftragt, nachdem diese ab dem 27.12.2011 arbeitsunfähig erkrankt war, zunächst mit Bronchialerkrankungen und nachfolgend von ihr für die Zeit bis 28.02.2012 nacheinander sechs Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen vorgelegt worden waren, zuerst vier eines Facharztes für Allgemeinmedizin, dann ab 31.01.2012 zwei einer Fachärztin für Orthopädie ...

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