Begriff des Einfügens in die nähere Umgebung

von Silke Wollburg

1. Die nähere Umgebung ist für die in § 34 I 1 BauGB bezeichneten Kriterien jeweils gesondert abzugrenzen. Es kommt daher stets auf eine Einzelfallbetrachtung an. 2. Die Annahme, hinsichtlich des Merkmals der „Grundstücksfläche, die überbaut werden soll“, erfasse die nähere Umgebung i.S.d. § 34 I 1 BauGB in der Regel einen kleineren Bereich als hinsichtlich des Merkmals der Art der baulichen Nutzung, entbindet jedenfalls nicht von einer Würdigung der tatsächlichen Verhältnisse im Einzelfall. 3. Für die Bewertung selbst ist nur an äußerlich erkennbare, also mit dem Auge wahrnehmbare Gegebenheiten der vorhandenen Bebauung und der übrigen Geländeverhältnisse anknüpfen. Hierbei kommt es jedoch nicht nur auf die Perspektive einer stehenden Person an. Zur Ermittlung können auch Lagepläne verwendet werden die ein Bild „von oben“ vermitteln. 4. Dabei kann die für § 34 I 1 BauGB kennzeichnende wechselseitige Beeinflussung auch über ein den optischen Zusammenhang unterbrechendes Hindernis noch eintreten.

BVerwG; Beschluss vom 13.05.2014 – 4 B 38/13

Examensrelevanz: §§§§ – Die Zulässigkeit von Vorhaben im unbeplanten Innenbereich ist immer wieder Gegenstand von Klausuren im 1. und 2. Staatsexamen und sollte daher von den Voraussetzungen und vom Aufbau her beherrscht werden.

Relevante Rechtsnormen: § 34 BauGB, § 34 I 1 BauGB, §§ 2-15 BauNVO, § 31 BauGB, § 34 III BauGB,

Grundlagenwissen “planungsrechtliche Zulässigkeit von Bauvorhaben im unbeplanten Innenbereich, § 34 BauGB” findet Ihr im Blog von heute morgen!

Fall: Die benachbarten Grundstücke der Kl. und der Beigel. befinden sich in einem Stadtviertel mit einer gründerzeitlichen, in der Regel fünfgeschossigen straßenseitigen Blockrandbebauung. Ein Bebauungsplan be-steht nicht. Der Bekl. erteilte der Beigel ...

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