Da kotzt das Textherz – ein Shitstorm und urheberrechtliche Fehler

von Tobias Röttger

Wer sich bei der Community bedient und deren Inhalte ungefragt monetarisieren möchte, muss sich auf stürmische Zeiten einstellen. Wenn man dann auch noch Profis als Vertragspartner (Verlag) hat, sollte man vor Vertragsschluss alle Urheberrechts-Naivitäten über Bord werfen!

Der Fall – „Da kotzt das Textherz“ – zeigt sehr anschaulich, wie man es mit dem Urheberrecht nicht machen sollte. Tatort – die 24.700 Mitglieder starke geschlossene Facebook-Gruppe „Da kotzt das Textherz“. In der Gruppe werden lustige / komische Formulierungen und Werbeplakate gesammelt und kommentiert. Zwei Admins der Gruppe kamen auf die glorreiche Idee, die ihrer Meinung nach besten Postings und Kommentare in einem 160 seitigen Buch zu bündeln und über den Riva Verlag zu veröffentlichen.

Die Mitglieder der Gruppe wurden am Ende vor vollendete Tatsachen gestellt, was berechtigter Weise einen Shitstorm auslöste – komisch, oder? Die Administratoren hatten nicht nur ihre Probleme mit den Gruppenmitgliedern, sondern scheinbar auch mit ihrem Verlag. In dem Verlagsvertrag war unter anderem die Standardregel enthalten, dass die Autoren bestätigen, dass sie sämtliche Rechte an den veröffentlichten Inhalten inne hätten. Spätestens an dieser Stelle, hätten die beiden Autoren hellhörig werden müssen und einen Anwalt zu Rate ziehen sollen. Die Autoren wähnten sich auf der sicheren Seite, da in den Nutzungsbedingungen der Gruppe folgende Regel enthalten war:

“Die Betreiber der Gruppe dürfen die eingestellten Beiträge auch anderweitig nutzen.” tweet

Diese nutzlose Regelung sollte also der Freifahrtschein für die kommerzielle Auswertung der Gruppeninhalte sein.

Um es mal ganz klar zu formulieren, mit einer solch schwammigen Formulierung werden überhaupt gar keine Nutzungsrechte übertragen. tweet

Hier muss genau definiert werden, welche Nutzungsrechte den Gruppenadmins eingeräumt werden ...

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