Wie geht eigentlich Zivilrecht? (Teil 1)

A. Ein ungeliebtes Fach

„Zivilrecht check ich einfach nicht.“ Dieser Satz ist wohl einer der meistausgesprochenen an deutschen Jurafakultäten. Aber warum eigentlich? Zunächst einmal ist das Zivilrecht sehr umfangreich. Das BGB wartet mit weit mehr als 2000 Paragraphen auf; hinzukommen zahlreiche wichtige Nebengesetze. Das Zivilrecht erschließt sich beileibe nicht durch bloßes Lesen der Gesetze, dafür ist es viel zu abstrakt. Ein dritter Grund könnte sein, dass viele Studenten das Fach schlicht nicht so interessant finden wie etwa Strafrecht.

Dieser Beitrag soll euch in das zivilrechtliche System einführen. Es ist unmöglich jede Nuance auf den wenigen Seiten, die ich zur Verfügung habe, verständlich zu erklären. Wenn das ginge, könnten dutzende Lehrbücher vom Markt und ich wäre wohl ziemlich schnell ein reicher Mann. Ich will euch aber die grundlegenden Denkschritte nahe bringen, die man zur Lösung eines zivilrechtlichen Falls braucht. Ich habe sie mir während meiner Examenszeit erschlossen. Als ich sie erst einmal drin hatte – es ist kein Hexenwerk –, lief es sehr viel besser. Ich will nicht behaupten, dass dadurch unheimlicher Spaß am Fach Einzug erhielt, jedoch kamen die guten Noten. Das sollte doch angesichts der Notenrelevanz des Zivilrechts Motivation genug sein, oder?

B. Zwei Grundsysteme, die ihr euch einprägen müsst!

Ihr werde euch gleich zwei Schemata vorstellen, die ihr vermutlich schon kennt. Damit es sich für euch trotzdem lohnt, den Artikel weiterzulesen, werde ich versuchen, die Prüfsysteme bestmöglich zu erklären, damit ihr versteht, warum ihr Verinnerlichen so verdammt wichtig ist.

Im Zivilrechtsfall können euch Ansprüche auf fünf Ebenen erwarten, die ihr in der Klausur in der angegebenen Reihenfolge prüfen müsst.

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