Der Pin-Up-Kalender als unzulässige Werbemaßnahme eines Rechtsanwaltes

von Rechtsanwältin Gloria M. Reich

Ja, wir bleiben dabei, der Blog "law. by adesse." ist in erster Linie ein Blog von Juristen für Nichtjuristen. Allerdings dürfte der folgende Beitrag insbesondere unsere Kollegen und Kolleginnen belustigen und über eine durchaus ernst zu nehmende Entscheidung des AnwG Köln informieren.

Das AnwG Köln hat im November 2014 entschieden (Beschluss v. 10. November 2014 - 10 EV 490/14), dass der Versand von Pin-Up-Kalendern durch einen Anwalt an Autowerkstätten eine unzulässige Werbemaßnahme darstellt.

Aus Marketingsicht hat der für sich werbende Rechtsanwalt alles richtig gemacht: Er hat eine potentielle Zielgruppe ins Auge gefasst (Autowerkstätten; Mitarbeiter in Autowerkstätten; Arbeitgeber in Autowerkstätten) und sich für diese Zielgruppe eine Werbemaßnahme einfallen lassen, die außergewöhnlich, effektiv und mit einem Mehrwert für den Empfänger verbunden ist - kurzum: Der Rechtsanwalt hat Pin-Up-Kalender an Autowerkstätten verschickt, in denen leicht bekleidete, teilweise unbekleidete Models abgebildet waren, eben typische Motive für solch einen Kalender. Selbstverständlich war der Kalender außerdem mit den Kontaktdaten des werbenden Rechtsanwaltes "gebrandet", um den Werbeeffekt auch richtig zu kanalisieren.

Zum Berufsstand der Rechtsanwaltsschaft gehört es allerdings mit dazu, dass nicht um jeden Preis um Rechtssuchende geworben werden darf. Die Grenzen, die Rechtsanwälten hier im Rahmen zulässiger Werbemaßnahmen gesteckt werden, sind eng zu verstehen ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK