Fall Tugce: Tatverdächtiger bleibt in Untersuchungshaft

von Dr. Sascha Böttner

Die Strafverteidigung hat den Haftprüfungsantrag zurückgenommen. Nun muss das Gericht über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Im November 2014 kam es nach einem Streit vor einem Schnellrestaurant zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen Jugendlicher. Nach einem Schlag des mutmaßlichen Täters ging die 22-jährige Tugce zu Boden und verstarb einige Tage später in einem Krankenhaus. Der 18-jährige Beschuldigte befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Neuere Ermittlungsergebnisse ergaben nun jedoch, dass der Schlag an sich nicht tödlich gewesen war. Die tödlichen Verletzungen traten nämlich auf der anderen Seite des Kopfes auf. Die Gerichtsmediziner vermuten, dass Tugce so unglücklich auf ihren Ohrring gefallen sei, dass dieser sich in den Schädel gebohrt habe. Hinzu kommt, dass die Verstorbene einen besonders dünnen Schädelknochen gehabt haben soll.

Haftprüfungsantrag wurde vom Strafverteidiger zurückgenommen.

Auch aufgrund dieser neuen Erkenntnisse hatte der Strafverteidiger eine Haftprüfung des Inhaftierten vor dem Landgericht beantragt. Doch etwas überraschend wurde der Haftprüfungsantrag wieder zurückgenommen.

Zwar hat sich die Beweislage im Verfahren wegen Körperverletzung mit Todesfolge verbessert, das Gericht dürfte jedoch weiterhin von einer Fluchtgefahr ausgehen. Es gilt jedoch auch zu bedenken, dass zum einen die Justiz in diesem Fall unter starkem Druck der Öffentlichkeit steht angesichts des großen medialen Interesses an dem Fall Tugce ...

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