Anspruch des Mieters auf Aufnahme des Lebensgefährten in die Wohnung bei Verstoß gegen katholische Morallehre

von Stephan Weinberger

Mietverhältnisse können sich ändern, was nicht selten zu Auseinandersetzungen mit dem Vermieter führt. Insbesondere dann, wenn es sich bei der Vermieterin um eine katholische Kirchengemeinde handelt. Das Amtsgericht Aachen hatte über folgenden Fall zu entscheiden: Die Mieterin wollte ihren Lebensgefährten zu sich in die Wohnung holen und beantragte bei ihrer Vermieterin die Erlaubnis. Diese wurde jedoch verweigert, da nach katholischem Verständnis eine nichteheliche Lebensgemeinschaft ein Verstoß gegen die Grundsätze der katholischen Kirche zu Ehe und Familie darstelle.

Das Amtsgericht Aachen entschied trotzdem zu Gunsten der Mieterin. Es besteht ein Anspruch auf Erlaubniserteilung. Die Mieterin habe ein berechtigtes Interesse an der Aufnahme eines Dritten in die Mietwohnung dargetan. Ein solches Interesse wird regelmäßig durch die Bildung einer auf Dauer angelegten Wohngemeinschaft aus persönlichen oder wirtschaftlichen Gründen begründet.

Anhaltspunkte, dass die Aufnahme des Lebensgefährten für die Vermieterin unzumutbar wäre, lägen nicht vor ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK