Sturz in Treppenschacht

Das Oberlandesgericht Koblenz hat mit Urteil vom 5. März 2014 (Az.: 5 U 1090/13) entschieden, dass ein Bauherr, der bei einer Rohbaubesichtigung zu Schaden kommt, weil er in einen ungesicherten Treppenschacht stürzt, in der Regel weder das Bauunternehmen noch den Bauleiter für die Folgen des Sturzes zur Verantwortung ziehen kann, wenn die Arbeiten an dem Gebäude zum Unfallzeitpunkt ruhen.

Ein Bauunternehmen war von dem seinerzeit 29-jährigen Kläger mit der Errichtung eines Einfamilienhauses beauftragt worden. An einem Tag, als die Arbeiten ruhten, wollte er den zu diesem Zeitpunkt eingerüsteten Rohbau besichtigen, in dem sich noch keine Treppen befanden. Das war jedoch mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Um zu verhindern, dass sich Unbefugte in dem Gebäude aufhalten, hatte das Bauunternehmen den Leiteraufstieg zur ersten Gerüstebene entfernt. Den Kläger hinderte das jedoch nicht daran, an den senkrechten Stangen des Gerüstes emporzuklettern, um so in das Gebäude zu gelangen.

Als er sich über das Gerüst Zutritt zum Obergeschoss des Rohbaus verschafft hatte, stürzte er von dort durch die nicht gesicherte Öffnung des Treppenschachtes bis auf die Kellerbodenplatte des Hauses und zog sich dabei schwere Kopfverletzungen zu, die zu einem Dauerschaden führten ...

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