„Statt-Preis“, UVP und Co. : die Zulässigkeitsfragen bei Preisgegenüberstellungen nach dem Wettbewerbsrecht

Die Preisgegenüberstellung als Unterform der Preiswerbung ist die wohl effektivste Verkaufsförderungsmaßnahme, um durch die Suggestion eines besonders kostengünstigen Angebots und die unmittelbare Ausweisung eines Preisvorteils den eigenen Absatz zu steigern und Kunden längerfristig zu binden Allerdings ist die darstellerische Bezugnahme auf Vergleichspreise ebenso beliebt wie gefürchtet, birgt sie doch aufgrund der ihr immanenten Täuschungseignung ein erhebliches wettbewerbsrechtliches Risiko, dessen Beurteilung sich häufig nach komplexen und einzelfallbezogenen Kriterien richtet. Dieser Beitrag befasst sich mit den Grundsätzen der zulässigen Preisgegenüberstellungen im Lichte der Rechtsprechung und versucht, durch eine differenzierte Würdigung der möglichen Konstellationen einen umfangreichen rechtlichen Gesamtüberblick zu gewähren.

I.) Erscheinungsformen und rechtlicher Rahmen 1.) Zum Begriff

Preisgegenüberstellungen charakterisieren sich im Allgemeinen dadurch, dass einem laut der konkreten Werbeaussage geforderten Verkaufspreis ein höherer vergleichend entgegen gehalten wird, der die besondere Attraktivität des Angebots verdeutlichen und den zu erzielenden Preisvorteil nachvollziehbar und berechenbar machen soll. Nicht zwingend, aber häufig zu beobachten ist hierbei die Verwendung von Gestaltungselementen, die das Auseinanderfallen von aktuellem und in Bezug genommenem Preis graphisch hervorheben und die Wahrnehmung des Preisnachlasses verstärken. Gängig sind vor allem der Einsatz von mittig orientierten Strichen, die den Vergleichspreis durchkreuzen, der Einschub von Indikatoren wie „statt“ oder „früher – jetzt“ sowieso die Wahl kontrastreicher Farben.
Ebenso üblich ist es, der konkreten Preisgegenüberstellung zusätzlich eine Prozentangabe beizufügen, die den Schnäppchencharakter veranschaulicht und anführt, um viel Prozent der Angebotspreis den Vergleichspreis unterbietet.

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