Verdachtskündigung eines Berufsausbildungsverhältnisses nach der Probezeit.

von Hannes Burkert

Der dringende Verdacht einer schwerwiegenden Pflichtverletzung des Auszubildenden kann einen wichtigen Grund zur Kündigung des Berufsausbildungsverhältnisses nach § 22 Abs. 2 Nr. 1 Berufsbildungsgesetz (BBiG) darstellen, wenn der Verdacht

  • auch bei Berücksichtigung der Besonderheiten des Ausbildungsverhältnisses

dem Ausbildenden die Fortsetzung der Ausbildung objektiv unzumutbar macht.

Das hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) mit Urteil vom 12.02.2015 – 6 AZR 845/13 – entschieden.

In dem der Entscheidung zugrunde liegendem Fall war das Berufsausbildungsverhältnis des Klägers, der seit 01.08.2010 eine Berufsausbildung zum Bankkaufmann absolvierte,

  • wegen des durch die Offenbarung von Täterwissen begründeten Verdachts der Entwendung von 500,00 Euro gekündigt worden,

nachdem er,

  • das sich in den Nachttresor-Kassetten befindliche Geld gezählt hatte,
  • später ein Kassenfehlbestand von 500,00 Euro festgestellt worden war und
  • der Beklagte in einem Personalgespräch von sich aus die Höhe dieses Fehlbetrags genannt hatte, obwohl er nur auf eine unbezifferte Kassendifferenz angesprochen worden war ...
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