E-world: Energiebranche der Zukunft – Blackout und Datenschleuder oder grün und sicher?

von Sven Venzke-Caprarese

Selten hat sich die Energiebranche in einem so massiven Wandel befunden. Politik und Wirtschaft scheinen klare Zielvorstellungen zu haben, wohin der Weg gehen soll: Intelligente Mess- und Steuerungssysteme, die u. a. dafür sorgen sollen, dass aus regenerativen Trägern gewonnene Energie besser in die Stromnetze eingespeist und jeweils zeitnah genutzt werden kann.

Energierecht und Datenschutz in Einklang zu bringen scheint jedoch kein leichtes Unterfangen. Nicht zuletzt, weil smarte Stromzähler perspektivisch in zahlreiche Unternehmen und Haushalte zwangsweise Einzug halten könnten, sind immer wieder auch skeptische Stimmen zu hören: Welches Nutzungsverhalten lässt sich aus den in kleinen Zeitintervallen gemessenen Daten eigentlich folgern – sind gar personenbezogene Daten betroffen? Können Sicherheitslücken in den technischen Systemen dazu führen, dass Stromnetze ganzer Länder ausfallen oder abrechnungsrelevante Messdaten gehackt und verändert werden? Diese Fragen sind nicht nur Stoff von lesenswerten Romanen, wie etwa Marcs Elsbergs „BLACKOUT“ oder von Forschungsvorhaben des Fraunhofer Instituts, die (zumindest unter Laborbedingungen) hochgranulare Schlüsse aus Stromverbrauchsdaten ziehen. Auch der Gesetzgeber, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie befassen sich seit langem intensiv mit der Thematik:

Das Eckpunktepapier des Bundeministeriums für Wirtschaft zeigt nun unter der Überschrift „Baustein für die Energiewende“ sieben Eckpunkte für das sog. „Verordnungspaket Intelligente Netze“ auf und macht verbindliche Vorgaben für den zukünftigen Einsatz von Smart Metern. Dieses Verordnungspaket soll dem Bundeskabinett noch vor der Sommerpause zur Beschlussfassung vorgelegt werden und u.a. folgende Bestandteile enthalten:

  1. Die Messsystemverordnung als technische Grundlagen-Verordnung, die technische Vorgaben (sog ...
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