Keinen Narren zum Mandanten

von Udo Vetter

Ich würde mal sagen: Glück gehabt. Damit meine ich ein Strafurteil, das ein früherer Rechtsanwalt aus dem hessischen Langen Anfang der Woche kassierte. Der Strafverteidiger hatte eingeräumt, dass er einen inhaftierten Mandanten mit Drogen versorgt hat, die dieser wiederum zum großen Teil im Knast vertickte.

Das Gericht nahm dem Juristen einiges ab, wenn man diesem Prozessbericht glauben darf. Danach hatte sich zwischen dem Anwalt und seinem Mandanten über die Jahre ein “freundschaftliches Verhältnis” entwickelt. Der Anwalt glaubte nach eigenen Angaben quasi an ein gutes Werk, als er seinem Auftraggeber Drogen in den Knast mitbrachte. Dabei profitierte er davon, dass Verteidiger normalerweise nicht intensiv kontrolliert werden.

Die Tränen, die der Mandant in der Haft vergoss, sollen den Anwalt erweicht haben, die Ersatzdroge Subutex und Haschisch einzuschmuggeln. Obwohl der angeklagte Anwalt seine eigene finanzielle Situation als desolat schilderte, glaubte ihm das Gericht, dass er selbst keinerlei finanzielle Vorteile an dem Geschäft hatte. Die zu schmuggelnden Drogen sollen ihm “Dritte” in den Briefkasten geworfen haben ...

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  • Anwalt bringt Drogen ins Gefängnis

    op-online.de - 21 Leser, 1 Tweets - Langen/Dieburg - Die Schleuse der Justiz-Vollzugsanstalt Dieburg: Jeder, der dort hinein will, muss an ihr vorbei, muss sich abtasten lassen, den Inhalt seiner Taschen leeren. Jeder – bis auf die Anwälte der Insassen. Von Sarah Neder 

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