Die milde Nebenklage

von Alexandra Braun

Heute war ich mal unterwegs in Sachen Nebenklage. Es ging um den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs von Kindern, der Angeklagte bestritt die Tat. Ein im Ermittlungsverfahren eingeholtes Glaubhaftigkeitsgutachten kam zu dem Ergebnis, dass die Angaben meiner minderjährigen Mandantin glaubhaft sein. Zu der Hauptverhandlung war die Sachverständige natürlich geladen.

Im Gerichtssaal mal wieder bis auf den Verteidiger reine Frauenbesetzung, aber das nur am Rande. Der Angeklagte erschien nicht. Das Gericht hätte ihn nun gem. § 230 Abs. 2 StPO vorführen lassen können oder auch einen Haftbefehl erlassen können, man hat sich aber für den Erlass eines Strafbefehls entschieden.

Ein wenig Diskussion fand statt, was den angemessen sei. Die angeklagten Vorwürfe liegen drei Jahre zurück, der Angeklagte war nicht einschlägig vorbestraft. Letztlich kamen 10 Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung heraus. Zwei Jahre Bewährungszeit. Ein Ergebnis, dass ich selbst als Vertreterin der Nebenklage nicht als zu milde bezeichnen kann ...

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