Arbeitsrecht und Brüste

von Christoph Nebgen

Das Bundesarbeitsgericht hat in letzter Instanz der Kündigungsschutzklage eines Mechanikers stattgegeben, dem sein Arbeitgeber wegen sexueller Belästigung einer Putzfrau gekündigt hatte. Davon kann man halten, was man will.

In der ZEIT ist ein Kommentar zu diesem Urteil erschienen, mit dem ich mich stattdessen beschäftigen möchte. Denn die Kommentatorin verbreitet eine Reihe von Missverständnissen und Fehlvorstellungen, die in der Öffentlichkeit über Recht und Rechtsprechung vorherrschen. Das geht damit los, dass es im Text unter der Überschrift heißt: "Dieses Urteil macht Frauen zu Freiwild". Das ist natürlich polemisch, und dass wird die Kommentatorin auch wissen. Aber es ist auch Unsinn, und das scheint die Kommentatorin tatsächlich nicht zu wissen.

Denn dahinter steckt die Fehlvorstellung, das Gericht hätte dem Kläger "erlaubt", einer Putzfrau an die Brüste zu fassen. Das ist Quatsch. Das Bundesarbeitsgericht erlaubt oder verbietet nichts, es entscheidet über die Berechtigung von Kündigungen. Diese Differenzierung ist essentiell. Im Text geht es dann weiter mit der Behauptung, dass das Urteil "die Tat" herunterspiele und verharmlose ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK