1000jähriges Jubiläum 2015 – und Bambergs Weltkulturerbe stürzt ein

von Liz Collet

Das wäre mal eine Gaudi.

Also, keine schöne Gaudi, bien entendu! Dass wir uns recht und nicht etwa missverstehen.

Aber mal unter uns: DAS muss man sich als Stadt erst mal leisten: Da hat man ein Weltkulturerbe, das sein 1000. Jubiläum 2015 feiern soll. Und dann droht es einzustürzen.

Seit 2012 ist die Klosterkirche Sankt Michael des vor 1000 Jahren von Benediktinern gegründeten Klosters in Bamberg wegen Einsturzgefahr bereits gesperrt, deren Deckengemälde Weltruhm geniessen. Nur mit dem Genuss des Deckengemäldes ist es nichts.

Die Schäden hätten ihn in einen regelrechten “Schockzustand” versetzt, wird der auf historische Gebäude spezialisierte Statiker Günter Döhring zitiert, der dazu vor dem Bamberger Stadtrat gehört wurde.

Die Kommune stellt nun (kaum vergehen 3 Jahre seit der Sperrung des Zugangs zu diesem Teil des Weltkulturerbes, kommt man doch mal auf die Idee was dafür zu investieren) schlappe 160 000 Euro für erste Sicherungsmaßnahmen bereit.

Nun ist das zwar auch eine hübsche Summe, aber verglichen mit dem, was die eigentliche Sanierung des zum Unesco-Weltkulturerbe gehörenden Gotteshauses wohl kosten dürfte, ein Tröpferl auf dem 1000jährigen Stein. Eher in der Grössenordnung zweistelliger Millionenbeträge dürften die Kosten anzusiedeln sein. Und wann man mit der Sanierung beginnen kann, steht in den Sternen über dem Bamberger Kloster.

Da bleibt Besuchern Bambergs wohl noch Jahre kein Blick möglich auf das kunsthistorisch bedeutende Deckengemälde in St. Michael, den sog. Himmelsgarten. Der zeigt rund 600 verschiedene Pflanzenarten und wurde Anfang des 17. Jahrhunderts geschaffen.

Angeblich sollen vor allem nachträgliche Einbauten aus der Barockzeit für den heutigen dramatischen Zustands des romanischen Bauwerks verantwortlich sein. So sei der Himmelsgarten in mächtiger Bewegung, die Seitenwände seien 13 Zentimeter gen Süden gedriftet ...

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