Der Horror beim Cornflakes-Essen

von Gerd Meister

In den 1970iger Jahren hatten sich in den USA sorgeberechtigte Eltern, deren Kinder von einem nicht sorgeberechtigten Elternteil entführt worden waren, zum „missing children´s movement“ zusammengetan. Sie kritisierten in öffentlichen Stellungnahmen das zögerliche Verhalten der Polizei, die das plötzliche Verschwinden von Kindern in diesem Zusammenhang eher als Ausdruck häuslicher Probleme denn als Kidnapping betrachtete und sich daher mit einem Eingreifen schwer tat. Der Begriff des “child snatching” wurde geboren. Nach Schätzungen verschwanden in diesem Zusammenhang jährlich hunderttausende von Kindern, die in dem riesigen Land nur schwer wiederauffindbar waren, zumal sie von dem entführenden Elternteil oft unter falschem Namen an neuen Schulen angemeldet wurden. Selbsthilfegruppen von frustrierten Eltern begannen eine Kampagne, bei der sie im ganzen Land Fotos von vermissten Kindern in Schulen verteilen ließen, um „ihre Kinder“ wiederzufinden.

Am 25.5.1979 verschwand in Manhattan der 6-jährige Etan Patz auf dem Weg zum Schulbus spurlos. 1981 wurde der ebenfalls 6-jährige Adem Walsh in Florida entführt und später ermordet. Sein Fall diente als Vorbild für den 1983 ausgestrahlten Fernsehfilm „Adem“, den 38 Millionen Zuschauer mit Spannung verfolgten. Am Ende des Films erschienen Fotos vermisster Kinder und eine Not-Telefonnummer. In einer Ausstrahlung aus dem Jahr 1985 ist der damalige Präsident Ronald Reagan zu sehen, der sich mit den Worten “… maybe your eyes can help bring them home” an das TV-Publikum wendet ...

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