Polizei verkostet 170.000 € Wein zu Ermittlungszwecken

von Tobias Kreher

Der Konstanzer Tatort vom 8. Februar 2015 mit dem klangvollen Namen „Château Mort“ ist wahrlich ein besonderer Genuss. Ein Tatort mit Tiefgang in mehrerlei Hinsicht. Einerseits führt er die Kommissare Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) tief in die Geschichte Badens zurück, ins revolutionäre Jahr 1848. Andererseits zwingt der Tatort den Kollegen Perlmann bei seinen Ermittlungen tief in alte Kellergemäuer hinabzusteigen. Und darüber hinaus erlangt der Zuschauer einen tiefen Einblick in die fabelhafte Welt vermeintlich guter Weine.

Am Ufer des Bodensees wird eine Wasserleiche gefunden – mit einer sehr alten Flasche Wein im Gepäck, Jahrgang 1832. In dem Wohnwagen des toten jungen Mannes finden die Kommissare Literatur von und über Annette von Droste-Hülshoff. Fast zu derselben Zeit wird in einem Schweizer Auktionshaus eine Flasche des wertvollen Droste-Hochzeitsweins für 180.000 CHF versteigert. Die Flasche stammt aus dem Besitz des „Weinpapstes“ Hans Lichius (Felix von Manteuffel). Von diesem wollen die deutschen Kommissare die bei der Leiche gefundene Flasche untersuchen lassen.

In dem Auktionshaus treffen die Kommissare auf den Schweizer Polizei-Major Matteo Lüthi (Roland Koch), den seine Ermittlungen ebenfalls zu dem Droste-Wein führen. Nur untersucht er keinen Mord, sondern mögliche Steuerdelikte. Schnell werden sich die Polizisten über eine Zusammenarbeit einig, da die Fälle zusammenzuhängen scheinen. Glücklicherweise gibt es dafür sogar eine rechtliche Grundlage, nämlich den Vertrag zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland über die grenzüberschreitende polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit. Doch ebenso lang wie der Titel dieses Abkommens erscheint den Ermittlern auch der ordentliche Dienstweg. Da kommt es sehr gelegen, dass der Schweizerische Oberstaatsanwalt, der selbst regelmäßig im Auktionshaus verkehrt, diskrete Ermittlungen wünscht ...

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