Gütertrennung bei Unternehmern

Viele Unternehmer haben mit ihren Ehepartnern Gütertrennung vereinbart. Dies soll das Unternehmen im Scheidungsfalle schützen; möglicherweise soll es auch den Zugriff von Unternehmensgläubigern auf den nichtunternehmerischen Ehepartner vermeiden.

Nicht allen Ehepaaren ist bewusst, welche Auswirkungen die Gütertrennung, die sie miteinander vereinbart haben, auf die Pflichtteilsquote ihrer Kinder hat.

Nehmen wir das klassische Paar: Er ist Unternehmer, sie hat zwar immer mitgearbeitet, ist aber nicht am Unternehmen beteiligt. Dafür gehört ihr das Immobilienvermögen. Die beiden haben zwei Kinder. Die beiden haben sich wechselseitig zu Erben eingesetzt. Sowohl das Unternehmen als auch die Immobilien sind jeweils 2 Mio. Euro wert.

Was passiert nun, wenn einer von beiden stirbt?

Bestünde der gesetzliche Güterstand der Zugewinnausgleich, würden beide Kinder im Falle einer Erbschaft lediglich eine Pflichtteilsquote von 1/8 geltend machen können. Besteht dagegen – wie bei unserem Beispielsehepaar Gütertrennung, beläuft sich der Pflichtteilsanspruch jedes Kindes auf 1/6.

Das bedeutet, dass die beiden Kinder nach aktuellem Zustand einen sofort fälligen Zahlungsanspruch von insgesamt 33% des Nachlasses gegen den überlebenden Ehegatten geltend machen können, im Beispielsfall wären dies 660.000 Euro (entweder vom Unternehmen, wenn der Unternehmer stirbt oder vom Immobilienvermögen, wenn die Ehefrau stirbt).

Bei Zugewinngemeinschaft beliefe sich dagegen der Anspruch lediglich auf 25%, also 500.000 Euro. 8% Differenz, hier also zB 160 ...

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