Schmerzensgeld wegen lila gefärbter Haare

von Olaf Moegelin

Schneidet oder färbt ein Friseur Haare eines Kunden nicht wie gewünscht, kann das Ansprüche wegen Schadensersatz oder Schmerzensgeld im Rahmen eines Friseurvertrages zur Folge haben.

Die Klägerin hatte sich an den späteren Beklagten, den Betreiber eines Friseursalons, mit dem Wunsch gewandt, ihren Haaransatz schwarz und die Spitzen ihrer langen Haare im fließenden Übergang, dem sogenannten „Ombré Style“, lila zu färben. Einen Hinweis darauf, dass dieser spezielle Effekt bei den lila Haarspitzen der Klägerin nicht zu erzielen sei, hatte der Beklagte nicht erteilt. Weder bei der ersten Behandlung noch bei zwei weiteren Folgeterminen gelang es dem Beklagten, die Haarspitzen der Klägerin im „Ombré Style“ lila zu färben.

Mit der Klage machte die Kundin gegen den Friseursalon die aus ihrer Sicht nutzlos aufgewandten Friseurkosten aus dem ersten Termin bei dem Beklagten, Aufwendungen für den Erwerb verschiedener Pflegeprodukte, Kosten für zwei weitere Besuche bei anderen Friseuren und ein Schmerzensgeld in dreistelliger Höhe geltend.

Das Amtsgericht Coburg gab der Klage teilweise statt und verpflichtete den Beklagten zur Zahlung eines Schmerzensgeldes in zweistelliger Höhe. Das Urteil ist rechtskräftig.

Das Gericht teilte nicht die Auffassung des Beklagten, wonach ordnungsgemäß gearbeitet worden sei und die Klägerin trotz umfassender Aufklärung die letztlich durchgeführte Haarbehandlung auch gewünscht habe ...

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