Schiffe versenken

von Kerstin Rueber
A4 - Treffer. B2 - kein Treffer. Schiffe versenken. Kennen Sie. Ich auch.

Ich kenne aber noch mehr. Ich kenne es sozusagen "in echt", denn auch ich gehöre zu den Bankkunden, die irgendwann einmal einen der von zahlreichen Banken vertriebenen Schiffsfonds erworben haben. Angepriesen wurde der Fonds als langfristige, sichere Anlage und zunächst ließ sich auch alles ganz gut an. Die quartalsmäßigen Ausschüttungen flossen zwei Jahre lang recht ordentlich, wurden dann reduziert und blieben schließlich ganz aus. Die Geschäftsberichte, die man als Anleger zugeschickt bekommt, lasen sich immer finsterer und so war es keine Überraschung, dass irgendwann ein Schreiben ins Haus flatterte mit dem Inhalt, dass das Schiff in derart schwere See geraten sei, dass seine Versenkung mittelfristig bevorstünde.

Die zugesicherte sichere Anlage in ein Containerschiff der Extraklasse erwies sich also nach relativ kurzer Zeit als windige Investition in einen Frachter, der schnurstracks Kurs auf das Bermudadreieck genommen hatte um sich selbst und mit sich die Gelder der Anleger zu versenken. Und wie es sich für so ein Himmelfahrtskommando gehört, steht man als Anlager ziemlich allein und ohne Rettungsweste an der Reling, Land ist nicht in Sicht und die Bank, die einem den Fonds angedreht hat, erhebt die Einrede der Unzuständigkeit.

Da man in eigener Sache einen Idioten zum Mandanten und einen Trottel zum Anwalt hat, wandte ich mich an eine Kollegin, die nichts Anderes macht als sich für Anleger mit den Banken herum zu ärgern.

Außergerichtlich war die Sache rasch erledigt, denn die Bank hatte nach eigener Einschätzung alles richtig gemacht und lehnte jeden Schadensersatz ab. Also Klage. Das Gericht ordnete mein persönliches Erscheinen an und lud den Anlageberater als Zeugen.

Der Tag der Hauptverhandlung nahte, derweil kurz zuvor weitere finstere Nachrichten der Fondsgesellschaft an mein Ohr gedrungen waren ...Zum vollständigen Artikel


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