Ein bisschen Busengrapschen führt nicht gleich zur Kündigung?!?

von Thorsten Blaufelder

Ein einmaliger Busengrapscher am Arbeitsplatz begründet nicht automatisch eine fristlose Kündigung. Auch wenn sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz grundsätzlich eine außerordentliche Kündigung eines Arbeitnehmers rechtfertigen kann, müssen immer auch Umfang und Intensität des Übergriffs berücksichtigt werden, entschied das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt in einem aktuell veröffentlichten Urteil vom 20.11.2014 (AZ: 2 AZR 651/13).

Die Erfurter Richter erklärten damit die fristlose Kündigung eines Kfz-Mechanikers für unwirksam. Der Mann hatte am 27.07.2012 die Sozialräume in seinem Betrieb betreten. Dort befand sich auch eine Reinigungsfrau eines externen Unternehmens. Im folgenden Gespräch sagte der Angestellte der Frau, dass sie einen schönen Busen habe. Dabei berührte er sie an einer Brust.

Nachdem die Frau bestimmt erklärte, dass sie dies nicht wünsche, ließ der Kfz-Mechaniker sofort von ihr ab. Als sie den Vorfall ihrem Arbeitgeber schilderte, informierte dieser den Chef des Klägers.

Im Personalgespräch gestand der Mann den Vorfall und erklärte, dass er sich eine Sekunde lang vergessen habe. Ihm tue „die Sache“ furchtbar leid. Er schäme sich und es werde nicht wieder vorkommen.

Der Arbeitgeber kündigte dem Mann wegen des sexuellen Übergriffs dennoch fristlos. In der Folge richtete der Mann noch ein Entschuldigungsschreiben an die Frau und zahlte ihr ein Schmerzensgeld. Damit sei für sie die Angelegenheit erledigt, erklärte die Reinigungskraft.

Im Kündigungsschutzverfahren trug der Kläger vor, er habe geglaubt, die Frau flirte mit ihm. Es sei dann zu dem „Blackout“ gekommen. Die fristlose Kündigung sei aber überzogen. Eine Abmahnung hätte ausgereicht ...

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