Der Fall des Jörg L und die Folgen

Anfang Januar gab der Richter Jörg L. vor dem Landgericht Lüneburg zu, in 11 Fällen Examensantworten an Referendare weitergegeben zu haben. Doch was passiert eigentlich mit den Fällen die Juristen verhandelt haben, die schummelten?

Die Vorgeschichte - Ein filmreifer Krimi
Richter Jörg L., der in Niedersachsen vor allem für das zweite Staatsexamen zuständig war, soll bis zu 20.000 Euro für Lösungen verlangt haben. Krimitauglich wurde der ganze Fall schließlich dadurch, dass Jörg L. Ende März 2014 mit 30 000 Euro, einer Waffe mit insgesamt 47 Schuss Munition und einer Frau, die seine ehemalige Geliebte gewesen sein soll, in einem Hotel in Mailand aufgegriffen wurde.

Das Geständnis
Nach einem überraschenden Geständnis Anfang Januar wird der Prozess um diesen Fall wohl wesentlich schneller abgeschlossen werden können als ursprünglich angenommen. Die Aussage des Angeklagten stimmte grundsätzlich mit den Vorwürfen überein, sie ging in 3 Punkten sogar noch darüber hinaus.

Ihn erwartet auf Grund der Vorwürfe wegen Bestechlichkeit in besonders schwerem Fall, Verletzung des Dienstgeheimnisses und versuchter Nötigung eine Haftstrafe von bis zu 10 Jahren, die wegen des Geständnisses jedoch kürzer ausfallen könnte.

Was passiert jetzt mit den Käufern?
2.000 Examen mussten seit dem Verdacht gegen Jörg L. überprüft werden, was 16 000 Klausuren entspricht und viele Juristen beschäftigt. Allein in 15 Fällen kam es bereits zur Einleitung eines Verfahrens zu Examensaberkennung. 9 Personen habe man inzwischen eine schriftlich Aufforderung dazu zukommen lassen, ihre Zeugnisse zurückzugeben ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK