Der Sachverständige und die Befangenheit

von Alexandra Braun
Auch ein Sachverständiger kann wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt werden

In einem Strafverfahren geht es für meinen Mandanten um viel. Ihm wird eine Sexualstraftat vorgeworfen. Im Zwischenverfahren wurde ein Sachverständigenfragen eingeholt, es ging um medizinische Fragestellungen.

Beim Lesen des Gutachtens ging mir die Hutschnur hoch. Der Sachverständige lässt sich lang und breit über die Glaubwürdigkeit der Belastungszeugin aus und überschreitet seinen Gutachtenauftrag in alle Richtungen. Auch zu Rechtsfragen hat sich der Quacksalber Arzt munter geäußert und offenbar selbst im Kommentar nachgelesen.

Das Gericht hat dies durchaus bemerkt und mir das Gutachten mit dem Hinweis übersandt, dass man das Gutachten nur hinsichtlich des Auftrags verwerten werde und den Rest unberücksichtigt lasse. Dennoch hatte mein Mandant das Gefühl der Unvoreingenommenheit des Sachverständigen und hat ihn wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt. Dies ist gem. § 74 StPO möglich. Begründet habe ich den Befangenheitsantrag recht ausführlich unter Zitierung von Rechtsprechung.

Gemeckert habe ich auch über den Satz der Sachverständigen:

“Die Ausführungen der Rechtsanwältin zu (… ...

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