Zitatrecht –Zitatpflicht – Plagiat und urheberrechtlicher Schutz

von RAin Lachenmann

Wann besteht eigentlich Urheberrechtschutz? Was ist ein Plagiat? Urheberrechtsschutz besteht immer, wenn der Urheber ein Ergebnis geschaffen hat auf Grund individueller Kreativität, einer persönlichen geistigen Schöpfung. Ist das Werk vollendet besteht Urheberrechtsschutz, es bedarf keines formellen Akts (wie beispielsweise einer Eintragung in ein Register). Ist z. B. ein Foto fertig, ein Musikstück komponiert, genießt es Urheberrechtsschutz. Dazu bedarf es auch keines Copyrights Vermerke, wie man dies zB aus den USA kennt (insbesondere das „©“).

Dagegen genießen Ideen, Entdeckungen oder wissenschaftliche Erkenntnisse keinen Urheberrechtsschutz. Sie haben keine schöpferische Eigentümlichkeit.

Wann besteht eigentlich Urheberrechtschutz? Was ist ein Plagiat?

Von Plagiat spricht man immer dann, wenn sich jemand eines „geistigen Diebstahls“ schuldig macht, d. h. es ist die „unbefugte Übernahme eines fremden Werks in Kenntnis des bestehenden Urheberrechts, um es als eigenes zu verwenden“ (BGH, Urt. v. 12.1.1960 – I ZR 30/58).

Fehlt es also an schöpferischer Individualität (z. B. eine mathematische Formel, ein Allerweltstext), besteht kein Urheberrecht. Dazu besteht Werkschutz nur beschränkte Zeit, nämlich bis 70 Jahre nach dem Tod des letzten noch lebenden Schöpfers. Danach erlischt es ersatzlos, d. h. an seit langem bekannte Musikstücken oder Volkssagen besteht kein Urheberrechtsschutz mehr.

Zwischenergebnis: Zitieren Sie aus die „Räuber“ von Schiller, liegt kein Plagiat vor – es besteht kein Urheberrecht mehr an dem Theaterstück.

Wie steht es aber mit einem Zitat, an dem noch ein Urheberrecht besteht, also z. B ...

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