Das Kreuz mit dem Bloggen, und ich hab ja sonst nichts zu tun

von Gerd Meister


Mit einer gewissen Bewunderung sehe ich, dass mein Kollege Pohlen täglich bloggt. Darauf angesprochen, woher er die Zeit nimmt und die Energie, antwortet er: Reine Routine. Setzt dich jeden Tag ran, und die Sätze fließen dir schnell aus den Fingern. In der Tat, erinnere ich mich an Zeiten, in denen ich auch regelmäßig gebloggt habe und mir immer eine kleine Geschichte einfiel, die ich so zwischendurch in einer Pause zu Papier brachte. Doch irgendwann riss der Faden, und seither komme ich kaum noch zum Schreiben. Das liegt nicht nur an der vielen Arbeit im Büro. Damit schlägt sich der Kollege Pohlen ja auch täglich rum. Sicher hat es damit zu tun, dass ich, wenn ich abends nach Hause komme, den kleinen dreijährigen Arman an der Backe habe, dem ich meine Zeit schulde. Ich komme nach Hause und da wirft er sich mir in die Arme, nimmt meine Hand und zieht mich – noch ehe ich die Jacke ausgezogen habe – ins Kinderzimmer. „Ich habe eine gute Idee!“, sagt er dabei. „Wir spielen Bauernhof!“ Und schon knie ich am Bett, schlage die Bettdecken soweit zurück, dass wir Platz haben. Wir bauen die Pappkartons auf, in die ich mit meinem Schweizer Taschenmesser Fenster und Türen eingeschnitten habe. Darein kommen die kleinen Plastiktiere. Mama Kuh, das Kalb, die Schweinchen, aber auch die Elefanten und auch mal ein Dinosaurier aus unserer Spielkiste. Ich stecke eine kleine Legoplatte in eins der Fenster. Das ist unser Pizzaofen. Vor dem Bauernhof stellen wir die Schlümpfe: Pizzababy, Pizzamama und Pizzapapa, die die ganze Bagage im Inneren der Bauernhofs mit Pizza versorgen ...

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