World of Warcraft und die Bot-Software aus markenrechtlicher Sicht

von Dr. Niklas Haberkamm

World of Warcraft und die Bot-Software aus markenrechtlicher Sicht

Von Dr. Niklas Haberkamm, LL.M. oec., 2. Februar 2015

Das Hanseatische Oberlandesgericht hatte unlängst einen Rechtsstreit im Zusammenhang mit dem berühmt-berüchtigten Online-Rollenspiel “World of Warcraft” zu entscheiden (Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg, Urteil vom 06.11.2014, Az. 3 U 86/13).

Der ausländische Hersteller von “World of Warcraft” Blizzard hatte in Prozessstandschaft für seine deutsche Vertriebsgesellschaft gegen den Vertrieb einer sogenannten Bot-Software geklagt. Diese Software ermöglicht es seinen Nutzern, bestimmte Aktionen im Spiel “World of Warcraft” zu automatisieren, um dadurch den Spieler zu entlasten. Zum Beispiel in Bezug auf die Goldbeschaffung.

G(e)oldbeschaffung ist mühsam – nicht nur in der realen Welt

Begeisterte Online-Spieler wissen, dass die Beschaffung von Gold, der offiziellen Währung in der virtuellen Spielewelt, sehr mühsam ist und auf die Dauer recht langweilig wird. Viele bedienen sich daher so genannter Bots, die zum Beispiel die Goldbeschaffung weitestgehend automatisieren. Durch Duping und Farm-Bots ist im virtuellen Raum aber teilweise derart viel Gold in Umlauf, dass die virtuelle Währung einer Inflation unterworfen ist und damit deutlich an Wert pro Einheit verliert. Beides – Wertschöpfung und Inflation – hat interessanterweise ihre Entsprechung in der realen Welt. Spieleherstellern ist die Verbreitung solcher Software ein Dorn im Auge. Nicht nur wegen der Inflationsgefahren, sondern wahrscheinlich auch, da die Zeit, die Spieler in der virtuellen Welt verbringen und damit zahlende Kunden sind, potenziell verkürzt wird.

Blizzard versucht seit längerer Zeit die Anbieter der Hilfssoftware rechtlich zu belangen. Über einen ähnlichen Fall zum Spiel “Diablo” hatten wir hier berichtet ...

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