Aushebeln des Pflichtteils durch Darlehen des späteren Erben?

von Bernhard Schmeilzl

Der Pflichtteil berechnet sich aus dem Vermögen des Erblassers am Todestag (Pflichtteilsergänzungsansprüche aus lebzeitigen Schenkungen lassen wir hier einmal außer Betracht). Dieses Vermögen wird errechnet aus Aktiva minus Passiva, also Verbindlichkeiten (Details zur Erstellung des Nachlassverzeichnisses hier). Was bedeutet es für den Pflichtteilsanspruch, wenn der Erbe dem Verstorbenen zu Lebzeiten ein Darlehen gewährt hatte? Dieser Anspruch des Erben auf Rückzahlung des Darlehens erlischt ja in der Sekunde des Todes, weil der Erbe nun auf beiden Seiten des Darlehensverhältnisses steht, also gleichzeitig Darlehensgeber und (als Erbe) auch Darlehensschuldner. Eine solche “Pflicht gegen sich selbst”, sog. Konfusion, verpufft sozusagen automatisch.

Kann der Erbe diese Darlehensschuld des Erblassers trotzdem noch Passivposten in das Nachlassverzeichnis einstellen?

Prinzipiell ja! Zur Ermittlung des Pflichtteils wird die Darlehensschuld (trotz Erlöschens durch Konfusion) weiterhin als Nachlassverbindlichkeit berücksichtigt, schmälert also die Berechnungsgrundlage des Pflichtteils. Das gilt natürlich auch umgekehrt, also für den Fall, dass der Verstorbene kein Darlehen erhalten, sondern an den späteren Erben gewährt hat ...

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