1&1 Datenskandal – Übermittlung anwaltlicher Korrespondenz an gefakten Email-Account-Inhaber

von Karsten Gulden

Für einen gewerblichen Mandanten haben wir die Deaktivierung einer Email-Adresse gegenüber 1&1 durchgesetzt. Grund: Der Email-Account wurde für eine Diffamierungskampagne missbraucht. Der Täter nutzte den Namen unserer Mandantschaft als Email-Adresse, sodass die Empfänger der Emails davon ausgehen mussten, dass unsere Mandantschaft für den Inhalt verantwortlich sei.

Zudem gab der Täter bei der Registrierung den Namen und die Adressdaten eines angestellten Mitarbeiters unserer Mandantschaft an.

1&1 wurde darüber in Kenntnis gesetzt, dass wohl ein ehemaliger Geschäftsführer unserer Mandanten dahinter stecken könnte. Die Vermutung war zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht verifiziert.

Nach einiger Schreiberei wurde der Account deaktiviert.

Aber dann der Schock:

Wir erfahren über den angestellten Mitarbeiter, dessen Adressdaten missbraucht wurden, dass 1&1 sämtliche Korrespondenz, anwaltliche Schriftsätze sowie Emails mit streitgegenständlichen Inhalten und angehängten geschäftlichen und privaten Email-Adressen, an diesen weiterleitete, um ihn über die Deaktivierung zu informieren.

Die Freude über die Löschung der E-Mail-Adresse verflog bei mir daher schnell. Böse wurde ich und schrieb die Rechtsabteilung nochmals an mit Hinweis auf die datenschutzrechtlichen Verfehlungen ...

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