Böhmermann – Langer – wer ist der Böse in der Urheberrechts-Twitter-Tragödie?

von Karsten Gulden

Jan Böhmermann warnte vor einigen Tagen, dass das Twittern des Rostock-Lichtenhagen-Fotos des Fotografen Martin Langer kostenpflichtig abgemahnt würde:

Wer das Rostock-Lichtenhagen Foto mit Hitlergruß und zugepisster Jogginghose twittert, wird vom Fotografen Martin Langer abgemahnt! 1000 €!

Langer erntete dafür einen Shitstorm.

Aber auch Böhmermann bekam sein Fett weg.

Man warf ihm vor, dass er als Medienjunkie eigentlich wissen müsse, was ungefragt getwittert werden darf und was nicht. Tut er aber offensichtlich nicht. Er ist also dahingehend genauso “doof” wie andere User auch.

Ich muss den armen Jan Böhmermann daher zunächst in Schutz nehmen. Die meisten Social Media Nutzer wissen eben nicht, was erlaubt ist und wann die Grenzen des Immaterialgüterrechts überschritten werden. Nein.

By the way:

Die mediale Anprangerung Langers, die Böhmermann in der causa initiiert hat, bietet selbstverständlich noch genug Nährboden für berechtigte Folgepost.

Fakt ist, dass aus solchen Geschehnissen – also einer Abmahnung wegen eines derartigen Tweets – kein Geschäftsmodell entstehen darf. Missbrauch muss verhindert werden, ohne jedoch das Urheberrecht aufzugeben. Das ist klar.

Böhmermann vermarktet sich auf Twitter, also muss er sich dem geltenden Recht unterwerfen, auch wenn das derzeit genauso sexy ist, wie der vollgepisste Deutschlandliebhaber auf dem Rostock-Lichtenhagen-Foto.

Das ungefragte Twittern des Rostock-Lichtenhagen-Foto stellt einen Urheberrechtsverstoß dar. Heute und auch morgen. Da wird keine Reform dieser Welt etwas daran ändern. Und das ist richtig so.

Wer bietet konkrete Lösungen?

Bisher keiner.

Auf europäischer Ebene gibt es einen offenen Fair-Use Vorschlag zum Urheberrecht, der sich in Teilen sehen lassen kann, der uns aber im angepissten Fall nicht weiter bringt ...

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