Bewährung – was ist das und wie kriege ich das?

von Alexandra Braun
Bewährung – was ist das?

Manch gerichtserfahrener Mandant kommt mit einem bescheidenen Anliegen in die Kanzlei. “Noch einmal eine Bewährung, bitte!” Wenn ein Freispruch nach Aktenlage eher unwahrscheinlich bis utopisch ist, kann das Erreichen einer Bewährungsstrafe ein großer Erfolg sein. Dies gilt umso mehr, wenn es sich bei dem Mandanten um einen sogenannten Bewährungsversager handelt, also um eine Person, die während laufender Bewährung erneut straffällig geworden ist. Geregelt ist die Strafaussetzung zur Bewährung in § 56 StGB.

Freiheitsstrafe vo mehr als zwei Jahren – keine Bewährung mehr

Das Wichtigste zuerst: Erfolgt eine Verurteilung zu mehr als zwei Jahren Freiheitsstrafe, so ist eine Strafaussetzung zur Bewährung nicht mehr möglich. Daran führt kein Weg vorbei, auch wenn das manch ein Angeklagter nicht verstehen mag. Erstes Ziel der Strafverteidigung muss also sein, die magische Grenze von zwei Jahren zu unterschreiten. Noch besser wäre es, eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als einem Jahr zu erreichen. Die Strafaussetzung zur Bewährung ist nämlich bei der Verhängung einer Freiheitsstrafe von nicht mehr als einem Jahr an geringere Voraussetzungen geknüpft als bei einer Strafe von mehr als einem Jahr. Bei der Verhängung einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr braucht es neben der positiven Sozialprognose noch das Vorliegen besonderer Umstände bei der Tat und der Persönlichkeit des Angeklagten, § 56 Abs. 2 StGB ...

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