Durchgestrichene Preise: 21 Wochen dauernde (vermeintliche) Reduzierung ist irreführend

31.01.2015 E-Commerce Von: Hans-Christian Gräfe

Durchgestrichene Preise: 21 Wochen dauernde (vermeintliche) Reduzierung ist irreführend Wer fast ein halbes Jahr lang den Eindruck erweckt, Ware zu reduzierten Preisen anzubieten, der handelt wettbewerbswidrig. Ein derartiges Versäumnisurteil hat das Landgericht Berlin erlassen (LG Berlin, Urt.v. 04.09.2014 – 52 O 92/14). Was ist passiert?

Die Wettbewerbszentrale mahnte einen Online-Händler ab. Er hatte über 21 Wochen lang Preise für Möbelstücke als reduziert gekennzeichnet. Dabei hatte er je einen höheren Preis durchgestrichen dargestellt und darunter einen niedrigeren – den eigentlichen – Preis. Zum Beispiel wurde ein Couchtisch so beworben: 399,99 € (durchgestrichen) Preis 199,99 €. Dokumentiert wurde das Ganze von einem Konkurrenten des Online-Händlers. Nach Ansicht der Wettbewerbszentrale „war der angegebene höhere Referenzpreis überhaupt nie beansprucht worden, oder aber es musste ein Wettbewerbsverstoß angenommen werden, da es sich tatsächlich nicht mehr um Sonderpreise handelte, sondern im Hinblick auf die lange Zeitdauer, bereits um die nunmehr geltenden Normalpreise.“ Dies sei für die Verbraucher irreführend. Sie gingen davon aus, dass es sich um aktuelle, kurzfristige Preisreduzierungen handeln würde. Gerade durch die Höhe der vermeintlichen Reduzierung würde zudem noch der Eindruck erweckt, dass es sich um ein Schnäppchen handele.

Die Wettbewerbszentrale war allerdings der Ansicht, dass die so beworbenen Produkte viel eher das reguläre Sortiment des Online-Shops darstellten ...

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