Erleichterungen bei unentgeltlichen Unternehmensnachfolge

von Luise Uhl Ludäscher

Trotz abweichender BFH-Rechtsprechung hat die Finanzverwaltung bislang an ihrer Auffassung festgehalten, wonach eine �bertragung von Wirtschaftsgütern (in der Praxis meist Grundstücke) im zeitlichen Zusammenhang mit der unentgeltlichen �bertragung eines (Teil-)Betriebs oder Mitunternehmeranteils auf eine andere Person als den Unternehmenserwerber zur steuerpflichtigen Aufdeckung der stillen Reserven im übertragenen Vermögen führt. Dieser Auffassung hat der BFH nun in dem diese Woche veröffentlichten Urteil vom 9. Dezember 2014 (IV R 29/14) erneut eine Absage erteilt.

Finanzverwaltung: Aufdeckung stiller Reserven

Der Vater war zu zwei Dritteln und der Sohn zu einem Drittel an einer GmbH & Co. KG (Speditionsunternehmen) beteiligt. Die betrieblich genutzten Grundstücke standen im Eigentum des Vaters. Sie gehörten daher zum sog. steuerlichen Sonderbetriebsvermögen des Vaters bei der KG. Der Vater übertrug seine Beteiligung an der KG sowie sämtliche betrieblich genutzten Grundstücke auf den Sohn. Kurz zuvor wurde ein früher ebenfalls von der Spedition genutztes Grundstück des Sonderbetriebsvermögens an einen Dritten veräu�ert.

Die Finanzverwaltung sah den vorherigen Verkauf des Grundstücks als schädlich für eine ertragsteuerneutrale Ã�bertragung des Betriebsvermögens nach § 6 Abs. 3 EStG auf den Sohn an, da – unter Anwendung der sog. Gesamtplanrechtsprechung – nicht sämtliche wesentlichen Betriebsgrundlagen an den Sohn übertragen wurden. Folge war eine steuerpflichtige Aufdeckung der stillen Reserven in dem an den Sohn übertragenen Vermögen.

BFH: Umfang des Betriebsvermögens im Zeitpunkt der �bertragung ma�gebend

Wie bereits zuvor das Finanzgericht Münster (Urteil vom 9. Mai 2014, EFG 2014 S ...

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