Erfahrungen mit fehlerhaften Widerrufsbelehrungen in Darlehensverträgen – Bloginterview mit Fachanwältin Anja Uelhoff

von Axel Pabst
Rechtsanwältin Anja Uelhoff

Anja Uelhoff ist selbständige Rechtsanwältin in Hamburg . Sie ist Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht und betreibt selbst einen Blog . Ich habe sie nach ihren bisherigen Erfahrungen rund um das Thema “fehlerhafte Widerrufsbelehrungen in Darlehensverträgen” befragt. Mich haben dabei ihre subjektiven Wahrnehmungen interessiert; wohl wissend, dass diese sich nicht verallgemeinern lassen und es „die Banken“ ebenso wenig gibt wie „den Knaller-Fehler“ in allen Widerrufsbelehrungen.

Die Erkenntnisse von Anja decken sich weitgehend mit meinen Eindrücken aus dem vergangenen Jahr.

Anja, Du hast im vergangenen Jahr einige Widerrufsklauseln in Darlehensverträgen überprüft. Was ist Dir dabei aufgefallen? Gibt es auffällige Gemeinsamkeiten oder Unterschiede?

„Einige“ ist gut – es sind weit über 150! Die Fehlerquellen sind sehr vielfältig, es gibt Belehrungen, die mehrere schwerwiegende Fehler enthalten, aber auch welche, mit nur kleineren Fehlern. Oft taucht die Formulierung auf „Die Frist beginnt frühestens……“. Interessant ist, dass selbst bei den verschiedenen Sparkassen, die ja rechtlich alle selbständig sind, ihre Muster aber von ihrem Verband bekommen, in den selben Zeiträumen unterschiedliche Muster verwendet wurden. Da haben sich wohl die Rechtsabteilungen ihre Daseinsberechtigung schaffen wollen.

Was hast Du Deinen Mandantinnen und Mandanten geraten, wenn Du festgestellt hast, dass ihre Widerrufsklausel möglicherweise fehlerhaft ist?

Dann rate ich immer dazu den Widerruf zu erklären. Die Kreditinstitute sind oft zu einem Vergleich bereit. Wenn nicht, dann hat der Mandant oder die Mandantin ja nichts verloren – außer meinem Honorar. Je nach „Schwere“ des Fehlers überlegen wir dann gemeinsam, ob es Sinn macht, die Bank zu verklagen ...

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