Fachanwalt oder Spezialist oder beides?

von Clemens Pfitzer

Viele Rechtsanwälte in Deutschland haben sich auf bestimmte Rechtsgebiete spezialisiert. Es gibt mittlerweile 21 Fachanwaltschaften für die sich Rechtsanwälte qualifizieren können. Aber darf auch ein Rechtsanwalt sich als Spezialist für ein Rechtsgebiet nennen, wenn er kein Fachanwalt ist obwohl eine Fachanwaltschaft für dieses Rechtsgebiet existiert? Der Bundesgerichtshof meint ja und nennt die Bedingungen.

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Ein Rechtsanwalt im Bezirk der Rechtsanwaltskammer Freiburg, warb auf seinem Briefkopf mit “Spezialist für Familienrecht”. Einen Fachanwaltstitel hatte der Kollege im Gegensatz zu seinen zwei Sozien nicht.

Die Rechtsanwaltskammer Freiburg beurteilte diese Werbung als irreführend.

Landgericht und Oberlandesgericht entschieden zu Gunsten der Rechtsanwaltskammer, da mit der Bezeichnung “Spezialist für Familienrecht” eine Verwechslung zum Fachanwaltstitel “Fachanwalt für Familienrecht” bestehe und dies zu einer Irreführung des Verkehrs führe.

Entscheidung des Gerichts

Mit Urteil vom 24.07.2014 (Az. I ZR 53/13) korrigierte der BGH die Auffassung der Vorinstanzen.

Die Karlsruher Bundesrichter bejahten zunächst, dass es zwischen den Bezeichnungen “Spezialist für Familienrecht” und “Fachanwalt für Familienrecht” bei dem angesprochenen Publikum zu Verwechslungen kommen könne. Auch sei eine Irreführung möglich, da das angesprochene Publikum die Begriffe gleichsetze ...

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