ArbG Augsburg: ordentliche Kündigung durch kirchlichen Träger (Diakonie) wegen Veröffentlichtung privater pornographischer Fotos und Filme durch Arbeitnehmerin wirksam

Rechtsanwalt Bodem, Fachanwalt Arbeitsrecht Berlin

Die private Veröffentlichung pornografischer Fotos und Filme im Internet durch eine Mitarbeiterin einer kirchlichen Behinderteneinrichtung der Diakonie kann im Einzelfalls eine ordentliche Kündigung rechtfertigen. Das gilt jedenfalls dann, wenn die Mitarbeiterin auf den im Internet veröffentlichten Fotos und Filmen erkennbar ist und sie nicht bereit ist, künftig auf die Veröffentlichung zu verzichten.

Das ArbG Augsburg sah darin eine Loyalitätsverletzung gegenüber dem kirchlichen Arbeitgeber und einen Widerspruch zu dessen Sexualethik.

ArbG Augsburg 23.10.2014, 10 Ca 1518/14

Die Klägerin habe sich mit ihren pornografischen Aktivitäten in Widerspruch zur kirchlichen Sexualethik gestellt und damit eine Loyalitätspflichtverletzung begangen, die eine Kündigung rechtfertige, befand das Gericht. Die 38-Jährige arbeitete in einer Wohngruppe für Behinderte. Nebenbei veröffentlichte die Mitarbeiterin auf ihrer Internetseite Pornofilme und -fotos von sich. Auf ihrer Modellseite im Netz bezeichnet sich die Hardcore-Darstellerin dabei als “sehr zeigefreudig”. Die Diakonie forderte die langjährige Mitarbeiterin auf, die öffentlichen Erotik-Aktivitäten einzustellen. Diese weigerte sich und es folgte die außerordentliche und hilfsweise ordentliche Kündigung.

Das Arbeitsgericht stellte fest, dass das von der Verfassung garantierte Selbstbestimmungsrecht den Kirchen erlaubt, die Verpflichtungen von Arbeitnehmern selbst zu bestimmen. “Diese Grundverpflichtungen können auch das außerdienstliche Verhalten betreffen ...

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