Gegenüberstellung durch Wahllichtbildvorlage:Den Verdächtigen bei der Polizei sicher wiedererkannt?

von Mirko Laudon

Seit jeher werden Tatverdächtige den Zeugen zur Wiedererkennung gegenübergestellt. So wie man das aus dem Fernsehkrimi kennt, wird die Gegenüberstellung allerdings nur noch selten gemacht, da diese mehr und mehr durch eine Wahllichtbildvorlage ersetzt wird.

Beliebte Frage: War der das?

Die überaus hohe Irrtumsanfälligkeit des Wiedererkennens ist ebenso schon immer eine Fehlerquelle ersten Ranges im Strafverfahren, insbesondere bei der Einzelgegenüberstellung oder der Vorlage nur eines Bildes („War der das?“). Daher bestimmt Nr. 18 RiStBV1, dass einem Zeugen mehrere Personen ähnlichen Alters und einer ähnlicher Erscheinung gegenüberzustellen sind – entsprechend ist bei der Vorlage von Lichtbildern zu verfahren.

Einer solchen Einzelgegenüberstellung und damit auch der Vorlage nur eines Einzellichtbildes dürfte wegen der damit einhergehenden suggestiven Wirkung kein2 oder allenfalls nur ein sehr geringer Beweiswert3 zukommen. Aus diesem Grund ist darauf zu achten, dass einem Zeugen „eine Reihe“ von Vergleichspersonen gegenübergestellt bzw. gezeigt werden, wobei eine Zahl von mindestens acht Vergleichspersonen sachgerecht ist4. Darüber hinaus muss die jeweilige Auswahl dieser Vergleichspersonen so gestaltet sein, dass die wesentlichen Vergleichsmerkmale der Personen im äußeren Erscheinungsbild übereinstimmen.5

Eigentlich bedarf es keiner Erwähnung, dass Ermittlungsbeamte bei Wahllichtbildvorlagen und bei Wahlgegenüberstellungen alles zu unterlassen haben, was den jeweiligen Zeugen in seiner Unvoreingenommenheit beeinflussen kann. So darf ein Vernehmungsbeamter werden auf ein einzelnes Lichtbild des Verdächtigen besonders hinweisen6, noch darf das Bild des Verdächtigen größer sein als die Fotos der Vergleichspersonen7 ...

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