Unfreundliches Verhalten eines Arbeitnehmers gegenüber Kunden rechtfertigt Abmahnung.

von Hannes Burkert

Gehört es zur arbeitsvertraglichen Pflicht des Arbeitnehmers Kunden zu informieren und zu beraten, so stellt ein wiederholt unfreundliches Verhalten gegenüber Dritten eine Pflichtverletzung dar, die der Arbeitgeber abmahnen darf.

Das hat das Landesarbeitsgericht (LAG) Schleswig-Holstein mit Urteil vom 20.05.2014 – 2 Sa 17/14 – in einem Fall entschieden, in dem von einem Arbeitgeber, seinem als Ausbildungsberater eingesetzten Arbeitnehmer eine Abmahnung erteilt worden war, weil dieser gegenüber einem Auszubildenden, auf dessen Anfrage per E-Mail nach Informationen zu einer Ergänzungsprüfung, zurück geschrieben hatte,

  • „Hallo Herr ..,
    es dürfte eigentlich selbstverständlich sein, dass man sich dort anmeldet wo man sich auch zur schriftlichen Prüfung angemeldet hat. Das Anmeldungen nicht auf Zuruf erfolgen können, sollte ebenfalls klar sein. Es wird eine mündliche Ergänzungsprüfung sein in der Sie die gleichen Hilfsmittel wie bei der schriftlichen Prüfung benutzen dürfen.
    Mit freundlichen Grüßen“

und nachdem von dem Auszubildenden diese Antwort als unfreundlich beanstandet worden war, er diesem daraufhin erwidert hatte,

  • „Hallo Herr ...,
    vielleicht sollten Sie sich einmal hier an meinen Platz setzen und die nervigen Anrufe der angehenden Meister beantworten. Selbst wenn die I... den Hinweis auf den Formularen verwenden würden, die meisten von Ihnen lesen es ja leider nicht einmal. Das trifft auch immer auf die Anmeldeformulare zu, Sie können sich nicht vorstellen, wie viele falsch ausgefüllte Formulare hier ankommen, weil sie niemand gelesen hat. Nach heute mittlerweile ca. 20 Anrufen von angehenden Meistern bleibt die Freundlichkeit einfach aus ...
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