Trödelnde Krankenkasse muss Laserbehandlung bei Damenbart zahlen

von Thorsten Blaufelder

Lassen sich Krankenkassen mit Anträgen auf Kostenübernahme für eine Krankenbehandlung zu viel Zeit, können sie zur Zahlung verpflichtet sein. Dies kann auch für neue Behandlungsmethoden gelten, die eigentlich nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden, entschied das Sozialgericht Augsburg in einem am Donnerstag, 22.01.2015, veröffentlichten Urteil über die Kostenübernahme einer Laserbehandlung bei einem Damenbart (AZ: S 12 KR 183/14).

Im entschiedenen Rechtsstreit hatte eine heute 19-jährige Frau geklagt, die wegen einer hormonellen Störung unter anderem mit starkem Bartwuchs an Oberlippe und Wangen zu kämpfen hatte. Eine Hormontherapie stoppte den Haarwuchs nicht. Die Frau legte hierzu eine Stellungnahme des Klinikums Augsburg vor. Bei ihrer Krankenkasse beantragte sie die Übernahme der Kosten für eine Laser-Behandlung in Höhe von rund 600,00 €.

Diese schaltete zur Begutachtung den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) ein. Der sah keinen Grund, die Laser-Behandlung zu bezahlen. Zur Kostenübernahme der ambulanten Behandlung fehle es an einer Empfehlung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Es gebe auch keine ausreichenden Studien, die die Wirksamkeit der Behandlung langfristig belegten. Alternativ könne die Frau ihren Damenbart mit der sogenannten Elektrokoagulation beseitigen lassen. Dabei wird eine feine Nadel in die Haarwurzel eingeführt und diese elektrisch zerstört.

Die Krankenkasse lehnte den Antrag der 19-Jährigen daher ab. Allerdings hatte sich die Kasse mit ihrer Entscheidung mehr als fünf Wochen Zeit gelassen, ohne die junge Frau über den Grund der Verzögerung zu informieren.

Gegen den ablehnenden Bescheid zog sie vor Gericht. Die Elektrokoagulation komme für sie nicht infrage. Diese Behandlung sei sehr schmerzhaft und es bestehe die Gefahr der Narbenbildung ...

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