Inkassobuden und deren kreative Versuche der Honoraroptimierung

Kleinvieh macht auch Mist, der Spruch darf als bekannt vorausgesetzt werden.
Nun liegt mir ein Mandat auf dem Tisch, in dem es die beitreibende Kanzlei es geschafft hat, vom Schuldner, gegen den im Jahre 2010 eine Hauptforderung von sagen wir 25,00 EUR tituliert war, nach 2 Teilzahlungen von jeweils rund 340,00 EUR zuletzt noch eine Restforderung von ca. 120,00 EUR geltend zu machen.

Mit anderen Worten: Für die Beitreibung von 25,00 EUR werden innerhalb von vier Jahren Gebühren , Zinsen und Auslagen von rund 775,00 EUR generiert oder die Brühe ist 31 mal so teuer wie die Brocken.

Irgendwann reisst auch dem kooperativsten und leidensfähigsten Schuldner der Geduldsfaden. Er suchte daher anwaltliche Hilfe.

Zwar kann dieses eklatante Missverhältnis von Haupt- und Nebenforderungen gerade im Bagatellbereich durchaus entstehen, etwa wenn zahlreiche Vollstreckungsmaßnahmen fruchtlos verlaufen sind oder der Schuldner sich dem Gläubigerzugriff zu entziehen versucht. Also nicht jedes Mal ist etwas faul, wenn die Kosten sich aufblähen wie bei einer Supernova.

Doch bei mir lag der Fall so, dass man durchaus daran denken kann die Anwaltskammer und die Staatsanwaltschaft hiervon in Kenntnis zu setzen.


Im Jahre 2012 wurde der Gerichtsvollzieher damit beauftragt Haupt- und Nebenforderungen von etwa 220,00 EUR beizutreiben. Zusammen mit den Gerichtsvollzieherkosten summierte sich das dann auf ca. 240,00 EUR.
Das dem Vollstreckungsauftrag beigefügte Forderungskonto wies auch keine Besonderheiten auf.
Der Vollstreckungsversuch ging ins Leere.

Neues Spiel, neues Glück. 2014 gab es eine Kontopfändung. Der Mandant war zwischenzeitlich zu etwas Geld gekommen und überwies zur Abwendung weiterer Vollstreckungsmaßnahmen 340,00 EUR an die Inkassokanzlei.

Fall erledigt? Weit gefehlt.

Er erhielt nun ein freundliches Schreiben, in welchem ihm seine Teilzahlung dankend bestätigt wurde ...Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK