EUGH: internationale Zuständigkeit bei Urheberrechtsverletzungen im Internet

von Jannik Krone

Der EUGH hat mit seinem Urteil in der Sache „Hejduk“ (C-441/13) seine Rechtsprechungslinie zur internationalen Zuständigkeit bei Rechtsverletzungen im Internet fortgeführt und im Ergebnis die Mosaikbetrachung bestätigt.

Im vorliegenden Fall soll die beklagte (deutsche) Firma ein Foto der (österreichischen) Klägerin (sie ist Urheberin) ohne ihre Zustimmung auf ihrer .de-Homepage veröffentlicht haben. Das vorlegende Gericht fragt nun an:

Ist Art. 5 Nr. 3 EUGVVO dahin auszulegen, dass in einem Rechtsstreit über die Verletzung urheberrechtlicher Leistungsschutzrechte, die dadurch begangen worden sein soll, dass ein Lichtbild auf einer Website abrufbar gehalten wurde, wobei die Website unter der Top-Level-Domain eines anderen Mitgliedstaats als jenes betrieben wird, in welchem der Rechtsinhaber seinen Wohnsitz hat, eine Zuständigkeit nur

– in jenem Mitgliedstaat begründet ist, in welchem der angebliche Verletzer seine Niederlassung hat; sowie

– in jenem/n Mitgliedstaat(en), auf welche(n) die Website ihrem Inhalt nach ausgerichtet ist?

(Hervorhebung von mir)

Das Gericht fragt also an, ob es eine ausschließliche Zuständigkeit für Urheberrechtsverletzungen am Sitz des Schädigers (hier also in Deutschland) gibt bzw. ob es wenigstens eine Begrenzung auf die Zuständigkeit der Länder gebe, auf die die Website ausgerichtet (also die Länder, die ein Website-Betreiber auch erreichen wollte) sei.

Beide Fragen wären eigentlich mit Blick auf die bisheriger Rechtsprechung auch ohne (Beantwortung der) Vorlage an den EUGH zu beantworten gewesen, aber der EUGH breitet auch für das anfragende Gericht seine bisherige Rechtsprechung zum Thema Rechtsverletzung im Internet noch einmal aus.

Zur ersten Frage, stellt der EUGH überzeugend kurz fest, dass nach seiner Rechtsprechung in Art. 5 Nr ...

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