Polizei miss Leichentemperatur mit Fleischthermometer, oder: “Rechtsstaatlichkeit geht vor Wahrheitsfindung.”

von Detlef Burhoff

© helmutvogler – Fotolia.com

Na, das wird die Polizei in Erding nicht gerne gehört haben, was die Vorsitzende der Schwurgerichtskammer (des LG Landshut, oder?) in einem Prozess um einen Erdinger Frauenarzt in der Urteilsbegründung ausgeführt hat und worüber die SZ heute berichtet (vgl. hier). Die Richterin wirft der Polizei “Spurenvernichtung” vor.

Aus dem Bericht der SZ:

“Das Desaster beginnt, gleich nachdem zwei Beamte des Kriminaldauerdienstes (KDD) am Tatort eingetroffen waren. Im Bad eines Reihenhauses im Erdinger Stadtteil Pretzen liegt an jenem Abend des 4. Dezember 2013 die Leiche der 60-jährigen Brigitte B. Der Notarzt glaubt, die Frau sei bei einem Sturz ums Leben gekommen. Die Polizisten übernehmen die Einschätzung. Dabei hätte ein gezielter Blick gezeigt, dass die Frau erwürgt oder erstickt wurde. Polizei misst Temperatur mit Fleischthermometer In einem solchen Fall kommt es zu kleinen, aber unübersehbaren Blutungen in den Augen. Zudem ist die Leiche mit Hämatomen übersät. Die KDD-Beamten sehen das alles nicht. Ihre “polizeiliche Leichenschau” wird zu einer “polizeilichen Spurenvernichtung”, so Geppert. Beim Entkleiden der Leiche spritzt Blut durchs Bad – die Beamten wischen es weg. Die Groteske geht weiter ...Zum vollständigen Artikel

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