“Im Namen der Kunst”: Professor raubt Banken aus und filmt sich dabei

von Stephan Weinberger

Ein Strafgericht in New York muss sich mit der Kunstfreiheit in einem besonderen Fall beschäftigen. Denn wenn es nach dem Staatsanwalt geht, ist Joseph Gibbons, der ehemalige Professor für bildende Künste der Eliteuniversität Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston, des Bankraubes schuldig. Gibbons bestreitet die Vorwürfe und fühlt sich in seiner Künstlerehre gekränkt.

Der Angeklagte sieht in seinem Auftritt an Silvester in der Capital One Bank im New Yorker Stadtteil Chinatown kein Verbrechen, sondern Kunst. Um das Geld wäre es ihm nicht gegangen, sondern lediglich darum, für einen experimentellen Film ein paar lebensechte Szenen zu drehen. Das würde auch erklären, warum er eine Videokamera dabei gehabt und alles damit gefilmt hat.

Der zuständige Richter Abraham Clott und der Staatsanwalt scheinen derzeit aber noch wenig von dieser Art von Kunstverständnis überzeugt zu sein. Die Anklage bleibt aufrechterhalten und soll am 14. April vor Gericht verhandelt werden. Gibbons hat eine Kaution von 50.000 Dollar hinterlegt, hält sich daheim in Boston auf. Sein Anwalt musste zuvor allerdings glaubhaft versichern, dass sein Mandant mental gesund ist und von ihm keine Gefahr ausgeht.

“Die Nachricht seiner Verhaftung ist einerseits ein Schock für mich, anderseits aber auch keine wirkliche Überraschung”, sagte Joe Zane, ein langjähriger Freund und Künstler aus Boston, gegenüber dem “Boston Herald”. “Wer Joe kennt, weiß, dass er sich dabei nichts gedacht hat.” Zane und Gibbons unterrichteten zusammen am MIT, einer der renommiertesten Eliteunis des Landes. Er vermutet, dass Gibbons gerade an einem neuen Projekt arbeite und dafür nur aktuelles Filmmaterial gebraucht habe.

Nach dem LinkedIn-Profil von Gibbons war dieser von 2001 bis 2010 am MIT. Während dieses Zeitraums sollen mehr als 30 experimentelle und auch erfolgreiche Filme entstanden sein ...

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  • Professor raubt "im Namen der Kunst" Banken aus

    welt.de - 8 Leser - Bitte eine Spende für meine Kirche: Mit diesen Worten überfiel ein Amerikaner zwei Geldinstitute. Er filmte sich dabei und will ein künstlerisches Werk vollbracht haben. Der Richter sieht das anders.

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