“Einer von uns zweien muss gehen – und zwar mein Chef!”

von Liz Collet

So würden wir es gern knackig auf einen Nenner bringen.

Was mancher Arbeitnehmer hie und da – wenn Wunschträume von Arbeitsgerichten, den modernen Feen der Arbeitnehmerwünsche, erfüllt würden – gern einklagen würde.

Beim Arbeitsgericht Solingen hat nun ein Arbeitnehmer das versucht und die Kündigung seines Vorgesetzten verlangt.

Mit der Begründung wegen angeblichen sexuellen Missbrauchs durch den Vorgesetzten.

“Angeblich”, weil der Chef letzteren (überrascht uns das?) natürlich bestreitet. Und stattdessen einvernehmliche sexuelle Handlungen behauptet.

Was sonst, denkt der Leser. Denn die Verteidigungsmöglichkeiten bei solchen Vorwürfen sind ja überschaubar, wenn man nicht “Wunschträume”, “Wahnvorstellungen” oder “Wildgewordene Tagträume” oder “Überschiessende Fantasie” oder schlicht “Verleumdung” ,z.B. nach Kritik an der Arbeit, fehlender Beförderung und Gehaltserhöhung durch den Vorgesetzten oder Arbeitgeber oder nach Verfehlungen des Arbeitnehmers selbst, gegenhalten will. Oder “alles zu medizinischen Zwecken”, wie mancher Arzt sexuellen Missbrauch von Patientinnen als Verteidigung behauptet.

Doch was geschah im Fall des Arbeitsgerichts Solingen?

Der dortige Kläger ist bei der Beklagten seit dem Jahr 2006 als Werkzeugmechaniker beschäftigt. Ihm vorgesetzt als Manager Werkzeugtechnik war der Zeuge Z. Im April 2013 unternahmen der Kläger und der Zeuge Z gemeinsam eine Dienstreise. Zwischen den Parteien ist strittig, ob in der Nacht der Zeuge Z den Kläger sexuell missbraucht hat oder ob es zu einvernehmlichen sexuellen Handlungen gekommen ist.

Die Beklagte hat dem Kläger im Anschluss eine psychotherapeutische Behandlung finanziell ermöglicht.

Das war sehr nett von ihm, oder? SEHR nett. Auffallend nett. Könnten böse Menschen da nun einwerfen. Wir sind nicht böse ...

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