Auf Kosten der Alten

von Liz Collet

Manchen geht es gut. Im Alter. Im Altersheim. Im Pflegeheim. Täglicher Seelenstreichler und Streicheleinheiten inklusive.

Nicht nur am Dreikönigstag und nicht nur Schmetterlinge am Windfang haben da sonnige Aussichten und Ausblicke, in manchen Seniorenheimen. In denen Bewohner im Sommer täglich draussen sitzen und sich bewegen, mit und ohne Hilfe durch Pflegepersonal, Rollator oder Stock und Besucher, die sie abholen, um auch mit ihnen ausserhalb von Haus und Garten spazieren zu gehen.

Wo sie auf der Hausbank und Gartenstühlen in der Sonne sitzend Gemüse schnippeln, wenn sie mögen und das offenbar auch gern tun. Ebenso wie sich um die Kräuter in den Töpfen zu kümmern, die dann an der Holzwand links neben dem Schmetterlingswindfang hängend von ihnen gegossen werden. Oder sich am Blühen der Obstbäume im Garten und deren Obst freuen. Und an den herumflatternden lebendigen Schmetterlingen, den vielen Singvögeln im Garten und den Blumen, während sie auf den Bänken über dies und das plaudern. Wo sie in verschiedenen Gemeinschaftsräumen am Tisch beisammen sitzen, wenn Adventskerzen brennen oder im Raum nebenan in gemütlichen Ohrensesseln wohl auch fernsehen, ein kleiner “Fuhrpark” von Rollator, Rollstuhl und Liegerollstuhl kann da hie und da im Raum versammelt zu sehen sein, bis nach und nach im Laufe des Abends die einzelnen sich in die Zimmer im oberen Stockwerk zurückzuziehen beginnen, je nach Bedarf mit Hilfe.

Gegenseitige und durch Pflegepersonal. Genug Pflegepersonal für derzeit 12 Bewohner.

Idylle? Ein bisschen – ja. Und die gibt es doch offenbar in viel zu wenigen Einrichtungen leider in dieser Art.

Ich müsste mir die Augen wie Justizia vebinden, um es übersehen zu können, dass es gute Beispiele wie diese gibt und geben kann, wenn ich vom Schreibtisch durch die Scheiben der vier Balkontüren hinaussehe ...

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