Was zu tun ist, wenn Untersuchungshaft droht

Ein Beitrag der ARAG SE Was zu tun ist, wenn Untersuchungshaft droht In dieser Serie berichtet Rechtsanwalt Udo Vetter aus seiner Tätigkeit als Strafverteidiger. Heute geht es um die Frage, was man beachten muss, wenn tatsächlich eine Untersuchungshaft droht. Voreilige Geständnisse sind oftmals das Fundament für eine spätere Verurteilung.

Wer sich nach einer Festnahme im Polizeigewahrsam wiederfindet, sollte die "Stein-Strategie" kennen und beherzigen. Diese Theorie besagt, dass wir uns viel zu oft unter Handlungsdruck setzen lassen. Dabei vergessen wir leider, dass es bei Problemen stets auch eine andere Möglichkeit gibt: schlichtes Nichtstun.

Nicht ohne meinen Anwalt

Gerade in der bedrückenden und oft aufgeheizten Atmosphäre eines Vernehmungszimmers ist Passivität regelmäßig die beste Lösung. Wer konsequent von seinem gesetzlichen Schweigerecht Gebrauch macht, belastet sich nämlich wenigstens nicht selbst. Jeder Strafverteidiger weiß aus Erfahrung: Voreilige Geständnisse oder aus der Hüfte geschossene Rechtfertigungen sind in den meisten Fällen das eigentliche Fundament für eine spätere Verurteilung. Oder zumindest zumindest für eine härtere Strafe. Wer schweigt, begeht dagegen zumindest keinen Fehler. Auch wenn ich jetzt für meinen Berufsstand werbe, sollten Sie nach einer Festnahme immer konsequent darauf bestehen, dass Sie nichts ohne einen Anwalt sagen. Sie würden sich bei Zahnschmerzen ja auch keinen Zahn selbst ziehen. Seriöse Polizeibeamte werden es Ihnen ermöglichen, einen Verteidiger zu kontaktieren. Wenn Sie keinen Anwalt erreichen, gibt es zumindest in großen Städten auch Notdienste.

Wird Ihnen die Kontaktaufnahme mit einem Strafverteidiger verwehrt, bedeutet das Alarmstufe Rot. So ein Verhalten ist nicht seriös. Ab diesem Punkt sollte man deshalb jede Kommunikation verweigern und einfach geduldig abwarten ...

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