Mord oder Selbstmord? Ein vorhergesehener Tod eines regierungskritischen Staatsanwalts

von Rainer Pohlen

Argentinische Flagge

“Es könnte sein, dass ich wegen dieser Geschichte sterbe”, soll der argentinische Staatsanwalt Alberto Nisman am vergangenen Mittwoch einer Journalistin der Zeitschrift “Clarin” gesagt haben, nachdem er Anklage gegen die argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner wegen Behinderung von Ermittlungen erhoben hatte. Am gestrigen Montag wollte Nisman seine Anklage vor dem Parlament in Buenos Aires erläutern. Dazu kam es jedoch nicht. In der Nacht von Sonntag auf Montag ist der streitbare Jurist in seiner Wohnung an den Folgen eines Kopfschusses verstorben. Nach Darstellungen in argentinischen Medien soll er am Montagmorgen tot im Badezimmer vorgefunden worden sein. Neben ihm auf dem Boden habe Behördenberichten zufolge eine Pistole und eine Patronenhülse gelegen.

Laut einem aktuellen Bericht bei zeit.de soll die inzwischen erfolgte Autopsie auf Selbstmord hindeuten. Die mit den Ermittlungen beauftragte Bundesstaatsanwältin Viviana Fein habe mitgeteilt, dass bei den Untersuchungen der Gerichtsmediziner keine Fremdeinwirkung festgestellt wurde. Es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass ihr Kollege zu einem Suizid gezwungen oder erpresst worden sei.

Nisman war mit der strafrechtlichen Aufarbeitung eines der schlimmsten Attentate in der jüngeren argentinischen Geschichte beauftragt worden. Im Jahr 1994 war auf das jüdischen Gemeindezentrum Amia in der argentinischen Hauptstadt ein Terroranschlag verübt worden, bei dem 85 Menschen ums Leben kamen und mehrere Hundert verletzt wurden. Laut Nismans Erkenntnissen - so schreibt spiegel-online, sollen iranische Geheimdienstkreise und ranghohe iranische Politiker in den Anschlag verwickelt gewesen sein, darunter der ehemalige iranische Kulturattaché in Argentinien, Mohsen Rabbani, Irans Ex-Außenminister Ali Akbar Rafsandschani, Ex-Verteidigungsminister Ahmad Wahidi, und der frühere Chef der Revolutionswächter, Mohsen Resai ...

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